Lothar Müller



Lothar Müller - “Gar kein Käse”
Kein Kind von Traurigkeit empfängt den Gast der einzigen deutschen Käsemanufaktur diesseits der Alpen – mehrfach ausgezeichnet von „F“ wie Feinschmecker – mit lächelnden Gesicht. Der Rennfahrer en passion versteht sich aufs Höllische. „Roter Pfeffer ist normalerweise nicht zu bekommen“, erklärt Lothar Müller sein neuestes Molkereiprodukt, „der darf nicht dumpf schmecken, die ätherischen Öle sind enorm wichtig für den Gaumen“. Überhaupt erfährt man und frau außerordentlich viel über die korrekte Herstellung von Käse, denn der Meister ist nicht nur gut drauf, sondern auch sehr mitteilungsfreudig.
Führungen durch seinen Betrieb sind ihm nicht unangenehm, denn er erzählt gerne, wie das Käsemachen richtig geht. „Von den zirka siebenhundert Molkereimeistern, die es hier gibt, können vielleicht fünfzig Käse von Hand machen“, meint Müller, und er ist der einzige, der es tatsächlich macht. Lothar MüllerMit Überzeugung und Verve. „Ich würde am liebsten nur am Käsekessel stehen“, lacht er. Natürlich vergisst er dabei seine Familie nicht und sein zweites Lieblingskind, die Musik. Denn der 43 jährige Lothar Müller hat auch eine Band, zusammen mit Größen wie Knut Rössler und Werner Goos, die Fusion gekonnt spielen. Er lässt dabei seine Kraft am Schlagzeug aus. Dennoch spielt er mit viel Gefühl. Er hat wohl den Rhythmus im Blut. „ Ich liebe einfach Musik“, schwärmt Müller, seit seit immerhin dreißig Jahren das Schlagwerk bedient. „ Ich bin Autodidakt“, erklärt das selbstbewusste Energiebündel. „Ich hörte einfach immer gut zu, auch heute höre ich beim Musik machen mehr den anderen zu“, kommentiert er seine bisherigen Erfolge. Zum Jazz sei er erst relativ spät gekommen, erzählt der lebensfrohe Hockenheimer, knappe zehn Jahre ist es her, dass den Zugang einer Stilrichtung fand, die nicht nur ältere Menschen begeistert. Davor hatte er sich dem Rockjazz verschrieben, spielte bei nicht wenig bekannten Gruppen wie der Buddy McDavid Band und Anima. Mit der Funkjazz Band „The Pope of Cheese“ verbindet Müller „ ein tolles feeling in der Band“. Vielleicht kommt es auch daher, dass sie in der Zwischenzeit eine recht große Fangemeinde, besonders bei unseren amerikanischen Nachbarn, haben.
Dreimal schon haben sie bei der „Palatia Jazz“, eine der größten deutschen Jazz Konzert Reihe in der Pfalz, als einzige einheimische Band gespielt. Und was ist für den Käsepapst dabei das Wichtigste? „ Einfach aufbauen und reinhauen,“ lacht die Frohnatur, deren gute Laune in jedem einzelnen Ton der soeben erschienen neuen CD zu hören ist. The Pope of Cheese, Lifestyle.