Manfred Kern



Manfred Kern - “Der Löwe ist los”
Die Liebe zur Musik ist ihm quasi in die Wiege gelegt, direkt neben seiner Mutter lag Caterina Valente im Wochenbett. Im heißen August des Jahres 1958 im Zeichen des Löwen geboren gibt sich Manfred Kern gerne extrovertiert, wie es dem König der Tiere auch zusteht. „Mein Interesse an anderen Menschen ist sehr groß“, erzählt der blonde Mann. Die Löwenmähne hat er allerdings schon vor geraumer Zeit reduziert. Als kleiner Steppke mit fünf Jahren trat er zum ersten Mal als Schwan im Kindergarten auf, weiter ging's, weniger romantisch, als Pauke im Orffschen Orchester. Die Musik begleitete ihn stets weiter, in der Grundschule mit den Wolgaschippern, auf dem Gymnasium durch den Musiklehrer, der den jungen Sänger in den Kinderchor des Mannheimer Nationaltheaters steckte. „ Ich erinnere mich genau an den Jahrmarkt in „La Bohème“ und an den Chor der Gassenjungen in „Carmen“, träumt er von alten Zeiten. Der Stimmbruch versetzte seiner Karriere erst einmal einen Knick, die Musik aber eroberte sich ihren Platz in seinem Leben zurück. „Aus Sperrmüll habe ich mir meine erste Gitarre zusammengenagelt“, lacht Kern, heute besitzt er mehrere edle Stücke, darunter einen echten Gibson-Bass. Obwohl er Linkshänder ist, übte er rechtsherum, damit er auf geliehenen Instrumenten spielen konnte und schon klappte es auch mit dem ersten Job: „Ich war der Gitarrist bei der Big Band eines Musikvereins!“ Nebenher lernte er auch noch Posaune und Trommel, und landete schließlich als junger Mann bei einer Swingband. Schmunzelnd gibt er zu, kein Sitzfleisch zu haben und ein Hans-Dampf-in-allen-Gassen zu sein. Nach der Schule studierte er zunächst in Darmstadt Architektur, dann Touristik in Worms, um dann als Betriebswirt über einen Ferienjob zum Steuerberater zu kommen. In dieser Zeit spielte Kern abwechselnd Gitarre und Bass und – er sang wieder. Wenn auch die zweite und dritte Stimme. Er lernte Klaus Gaa und Tommy Engelhart kennen, beide bekannte Jazzmusiker. Durch sie nahm er an den ersten Jazz Jam-Sessions im Luxor-Kino teil. „Als Gesangssolist war mir am Anfang mäßiger Erfolg zuteil,“ gibt er lächelnd zu. Gleichzeitig entdeckte der Sänger die klassische Musik wieder für sich. A-Capella mit dem Schwetzinger Kammerchor ermöglichte ihm sein musikalisches Wirkungsfeld und faszinierte ihn ebenso wie Jazzballaden á la „ My funny Valentine“. Kern resümiert: „Der Chor bildet für mich den musikalischen Rückhalt mit dem Zwang, mich einzuordnen, mit Gehörbildung und stetiger Verbesserung des Ausdrucks, während der Jazz meiner Lust zu Improvisieren und zum Ausdruck dienen muss“. Um sich qualitativ zu steigern, nahm Manfred Kern dafür sogar Unterricht bei Eva Mayerhöfer, vielen als erstklassige Jazzsängerin bekannt. Als Vater dreier Kinder in Sachen Geld verdienen auf dem Boden geblieben, sieht er sich als Hobbymusiker, was ihn nicht stört. „Man kann viel bei den Berufsmusikern lernen, besonders bei den Älteren“, da ist er sich sicher. Wichtig ist Kern der Austausch mit anderen Menschen, er spricht mühelos mehrere Sprachen und setzt sich gerne für andere ein. Jetzt hat der Autodidakt seine „jazzigen“ Verbindungen zur ungarischen Partnerstadt Pàpa spielen lassen und kann Konzerte Anfang April in Hockenheim und Schwetzingen mit viel Pep und Temperament anbieten. Er brüllt dabei übrigens mit!