Tommy Engelhart



Tommy Blue Eyes - “Ein Saxophonist mit Tiefgang”
In unserer Reihe über Jazzmusiker in Schwetzingen stellen wir heute einen jungen Mann vor : Tommy Engelhart, der Mann mit den melancholischen blauen Augen. Er ist ein Sohn Schwetzingens und ein musikalisches Multitalent: 1965 in eine Musikerfamilie geboren, saß der kleine Tommy schon mit zarten acht Jahren hinter dem Schlagzeug, erlernte ein Jahr später die Klarinette, nahm als zwölfjähriger die Gitarre dazu und entschied sich dann mit fünfzehn für das Saxophon, dem Instrument, das der menschlichen Stimme am ähnlichsten ist. „ Ich wollte schon immer Musiker werden“, erklärt er entschieden. 1980 hatte der Junge seine eigene Band, mit der er Tanzmusik spielte, wie sein Vater. Nach einer Bankkarriere legte er vor vierzehn Jahren den Griffel weg und wurde Berufsmusiker. „ Ich habe mich weit weg bewegt von meinem Ursprung und das ist gut so“, lächelt Engelhart. Ein Philosoph ist er nämlich auch, Selbstreflexion ist ihm wichtig. „ Oft werden wichtige Lebensfragen für mich durch die Musik beantwortet,“ erzählt er nachdenklich. Dabei ist seine musikalische Laufbahn gar nicht bierernst, so wenig wie er selbst. „ Ich bin sehr verspielt“, begründet Engelhart seine lange Zeit mit der brasilianischen Musik. Von 1990 bis 1998 tourte der Saxophonist mit verschiedenen Combos, besonders intensiv mit Matarenga. „Samba ist mehr als Musik, es ist ein Lebensgefühl“, schwärmt er. Seine südamerikanischen Mitmusiker waren oft erstaunt über sein Einfühlungsvermögen. Für ihn kein Problem. “Ich fühle die Musik“, erläutert der Profi seine Begabung. Sein Stil ist explosiv mit viel Power, ein Balladentyp ist Engelhart nicht. Als typische „Jungfrau“ ist es ihm möglich, penibel und chaotisch zu sein, allerdings mit einem starken Hang zur Perfektion. „ Ich muss in meiner Musik eine klare Linie haben“, so der Jazzer. Denn zum Jazz ist er durch den Bossa Nova gekommen, und spielt ihn seit zwei Jahren immer mehr. Quasi festangestellt war der Vielseitige im Varieté-Palast in Speyer, spielt mit der Soulband „ livin´ music familiy“ und gibt sogar Unterricht. „ Ich habe durch den Unterricht habe ich viel gelernt, denn ich musste neue Konzepte erarbeiten“, gibt der Individualist zu. Vor elf Jahren initiierte Engelhart im Schwetzinger Luxorcafé zusammen mit dem Gitarristen Jörg Dudys Jamsessions, zu denen im Laufe der Zeit immer mehr Interessierte kamen. Mit dem Verkauf des Cafés hörte alles auf. Eine Weile ging es dann in der Umgebung von Schwetzingen weiter, denn Livemusik ist für einen Vollblutmusiker das A und O. „Konserven können niemals eine Alternative zu Konzerten sein,“ begeistert er sich. Dass mit der Jazzinitiative wieder ein Forum für spontane Zusammenkünfte in Schwetzingen geboren wurde, freut ihn ganz besonders, denn „ ich habe etwas zu sagen und ich möchte an die Menschen heran“. Ab dem Herbst werden seine Botschaften und die der anderen Musiker in Schwetzingen zu hören sein.