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Jazzinitiative Schwetzingen e.V.

Wolfgang Willam

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Wolfgang Willam - “Rhythmus im Blut”
Wolfgang WillamPianist und Drummer Dr. Wolfgang Willam Jazzinitiativenmitglied Wolfgang Willam ist viel herum gekommen. Seine ostpreußischen Eltern waren nach dem zweiten Weltkrieg nach Oberösterreich ausgewandert, wo der kleine Wolfgang als mittleres mehrerer Kinder geboren wurde. „Ich soll sehr begabt gewesen sein“, lacht Willam und erzählt, dass er bereits im zarten Alter von vier Jahren kräftig in die Tastatur des hauseigenen Klaviers gegriffen hatte. Weitere vier Jahre später war für ihn der Spaß leider erst einmal vorbei, denn die Familie zog wieder zurück nach Deutschland, ins schwäbische Aalen. Für den Jungen gab es zunächst keine Möglichkeiten mehr, sich musikalisch zu verwirklichen, bis er mit vierzehn Unterricht bei einer Klavierlehrerin bekommen sollte. „Es war so schrecklich mit dieser Frau, dass ich es bis heute nicht vergessen habe,“ gruselt sich der Pädagoge. Er brach den Unterricht ab, und fand Ersatz beim Stadtorganisten, mit dem er perfekt harmonierte. „Allerdings bin ich beim Klavier geblieben, Orgel war und ist nicht mein Ding“, ergänzt Willam. Konsequent übte der Teenager täglich drei bis vier Stunden am Tag. Nebenbei hörte er viel Beatles und wollte trotzdem von Anfang an Jazzer werden. „Für mich war die Musik schon immer ein Medium, um sich sich auszudrücken“, erklärt er seine Passion. Seine erste Band spielte Dixie, in der er nicht Klavier, sondern die Drums bearbeitete. Als Autodidakt übte er auf der Tischkante oder wo sich sonst im Freien eine Möglichkeit bot, denn Unterricht im Schlagzeugspielen galt damals als nicht gerade gesellschaftsfähig. Sein Vorbild war Joe Morello aus dem Dave Brubeck Quartett. Noten gab es nicht, also mussten die jungen Männer sich die Stücke von der Platte abhören. „Wir haben uns die Musik regelrecht erarbeitet“, sagt Willam nicht ohne Stolz. Nach seinem Schulmusikstudium in Karlsruhe durfte er, nach des Vaters Willen, Schlagzeug lernen. In dieser Zeit und später spielte er viel in Bands und tourte durch halb Europa. „Ich kenne alle alten Jazzer in dieser Gegend“, berichtet der Musiker. Nachdem er sein Studium in Heidelberg mit einer Dissertation über die Atonalität bei Anton von Webern abgeschlossen hatte, landete er letztlich in der Schule. „Eigentlich hasse ich die Schule“, gibt der leidenschaftliche Lehrer zu, „aber ich gebe mein Bestes, um den Unterricht schöner und lustiger zu machen.“ Mit Erfolg, denn obwohl – oder vielleicht deswegen – Willam sich selbst als streng und autoritär einschätzt, lieben ihn seine Schüler. „Ich muss eine pädagogische Begabung haben“, überlegt er. Und so ganz nebenbei ist er auch noch Dozent an der Musikhochschule Mannheim, prüft für die Konrad-Adenauer-Stiftung in den Fächern Musik- und Geisteswissenschaften die Aspiranten, leitet den Schulchor mit 120 und die Big Band der Musikschule mit 35 Kindern und Jugendlichen. Dass er daher nicht so viel Zeit mehr für „Live-acts“ hat, kann man ihm nicht übel nehmen. Ganz sicher wird er zusammen mit anderen Musikern bei den Jam-Sessions zu hören sein, die die Jazzinitiative ab Oktober in Schwetzingen plant.
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